Auf der Blaukalkdeponie

Veröffentlicht am 14.01.2015 um 10:10

blaukalk

Der Untersuchungsausschuss hat begonnen zu arbeiten. Wir haben von der Landesregierung, den Bezirksverwaltungsbehörden, dem Umweltministerium, der Donauchemie, dem Zementwerk w&p und anderen Stellen Unterlagen eingefordert, die jetzt langsam eintrudeln. Inzwischen stehen mehr als 40 Aktenordner im Landtagsamt und warten darauf, durchgesehen zu werden, viele Gigabyte an elektronischem Aktenmaterial kommen dazu. Bevor es an die Zeugenbefragungen geht, verschafft sich der Untersuchungsausschuss noch einen Eindruck von der Situation vor Ort.

Am 14. Jänner fand eine Begehung der Blaukalkdeponie in Brückl und des Zementwerkes in Wietersdorf statt. Spannend, was wir da so alles zu Gesicht bekommen haben. Die Blaukalkgebirge (hier lagern 400.000 Tonnen an kontaminiertem Depponiematerial) werden in Terrassen abgetragen, die Abfälle sortiert. Der Blaukalk ist mit Quecksilber und verschiedenen leicht- und schwerflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffen verunreinigt. Der Blaukalk wurde nach Wietersdorf gebracht, der dazwischen lagernde Bauschutt auf andere Deponien. Verrostete Fässer mit den Abfällen der Chlorchemie werden geborgen und in die Sondermüllverbrennungsanlage gebracht.

Die Aufarbeitung der Deponie ist dringend notwendig, weil die CKW ins Grundwasser gelangen und sich dort ausbreiten. Das Projekt der Deponieaufarbeitung wurde sorgfältig vorbereitet und ausgeschrieben. Porr und Strabag haben die Aufarbeitung der Deponie vor Ort übernommen, Wietersdorf die Verarbeitung des kontaminierten Blaukalks übernommen, der im Zementwerk zur Zementproduktion verwendet werden soll. Im Drehrohrofen sollen die chlorierten Kohlenwasserstoffe wie Hexachlorbenzol gecrackt werden.

An und für sich ein sinnvolles Projekt. Aber nur dann, wenn es ordnungsgemäß durchgeführt wird. Dass das HCB über die Abluft über das ganze Görtschitztal verteilt werden, war niemals beabsichtigt. Wie es dazu kommen konnte, wird dieser Blog noch berichten.