Bäume lügen nicht

Veröffentlicht am 24.01.2015 um 07:19

OLYMPUS DIGITAL CAMERAFichtennadeln nehmen das HCB durch ihre Spaltöffnungen aus der Luft auf und reichern sie in ihrer dicken Wachsschichte an. Fichten treiben auch jedes Jahr neue Triebe. Dadurch kann man ziemlich genau feststellen, wann der Schadstoffausstoss durch HCB begonnen hat und wie stark die Belastung war.

Baumsteiger haben deshalb im Auftrag der Landesregierung vor einigen Wochen Fichtenzweige im Görtschitztal gesammelt, die analysiert wurden. Nun sind die Ergebnis der Fichtennadelproben bekannt gegeben worden. 51 Proben von 27 Fichten im Bereich des Görtschitztals wurden auf ihren HCB-Gehalt untersucht.

Kurt Hellig von der Umweltabteilung des Landes hat dazu festgestellt: „Die HCB-Belastung beginnt südlich von Hüttenberg anzusteigen, hin zum Werk in Wietersdorf. Dort finden sich in der näheren Umgebung die höchsten Belastungen.“ Die Fichtennadelproben zeigen also sehr gut, welche Gebiete stark, weniger stark oder gar nicht belastet wurden.Das Belastungsmuster entspricht  den Hauptwindrichtungen in diesem Bereich. Östlich und westlich des Görtschitztales sind HCB kaum noch nachzuweisen.

HCB kommt in der freien Natur nicht vor. Im Wald kann das HCB auch nicht aus früheren Pflanzenschutzmitteln stammen wie es eventuell auf einem Acker der Fall sein könnte. Die Fichtennadelproben sind also ein wichtiger Beweis dafür, dass bei Verarbeitung des Blaukalks im Zementwerk Wietersdorf HCB freigesetzt wurden und diese sich durch den Wind vor allem in nördlicher und in südlicher Richtung im Tal verteilt haben.