Deponiesanierung: Ja, aber wie?

Veröffentlicht am 11.03.2015 um 11:50

Die Donauchemie pocht jetzt auf die Erfüllung des Blaukalk-Vertrages durch Wietersdorf. w&p habe vertraglich die Möglichkeit, den CKW-belasteten Kalkschlamm auch anderswo zu verwerten als im eigenen Zementwerk. Das mag ja schon sein, nur reicht ein Vertrag alleine nicht aus, es muss ja auch physisch eine ordnungsgemäße Entsorgung des Blaukalks sichergestellt sein. Die Methode, wie die Blaukalkverarbeitung in Wietersdorf in den Jahren 2012-2014 erfolgte, hat für die Umwelt, die Gesundheit von Mensch und Tier und die Wirtschaft Schaden angerichtet. So wie bisher hat es nicht funktioniert. So kann es nicht weitergehen, das wäre der betroffenen Bevölkerung im Görtschitztal keinesfalls zumutbar.

Natürlich ist es unabdingbar und dringlich, dass die gefährliche Deponie in Brückl beseitigt wird. Das Thema gewinnt durch Messungen über die Belastungen der Fische in der Gurk unterhalb der Deponie mit chlorierten Kohlenwasserstoffen, insbesondere Hexachlorbutadien, an Aktualität. Diese Belastung besteht bereits seit rund 15 Jahren. Deswegen gilt bereits seit 2010 die Empfehlung, die dort gefangenen Fische nicht zu verzehren. Aufgrund der Messungen vom Dezember 2014 wurde diese Empfehlung auf die Gurk bis zum Bereich der Draumündung ausgeweitet. Um die CKW-Emissionen aus der Deponie Brückl möglichst gering zu halten, hat Landesrat Holub im Februar 2015 zusätzliche Schutz-Maßnahmen per Bescheid verordnen lassen, beispielsweise die Abdeckung offener Kalkschlamm-Flächen.

Die CKW-Belastung der Gurk zeigt, dass die weitere Sanierung der Deponie K20 dringlich unumgänglich ist, allerdings müssen die Voraussetzungen für eine gefahrlose Beseitigung des CKW-belasteten Kalkschlamms gegeben sein. Als Alternative zur Verarbeitung im Zementwerk ist die Verbringung auf eine geeignete, gesicherte Deponie zu prüfen.

Eine Entsorgung in einem Zementwerk wäre nur vorstellbar, wenn die Blaukalkverarbeitung in einem geschlossenen System erfolgt, die erforderlichen hohen Temperaturen zur zuverlässigen Zerstörung der CKW und eine Quecksilber-Abgasreinigung gegeben sind und laufend Abgasmessungen zur Kontrolle durchgeführt werden. Die Zuverlässigkeit der Methode müsste in einem Versuchsbetrieb festgestellt werden, bevor ein entsprechender abfallrechtlicher Bescheid erlassen und die Kalkschlammaufarbeitung vertraglich vereinbart wird. Vor allem ist aber auch die Akzeptanz durch die Bevölkerung ein wesentliches Kriterium. Weil das Vertrauen nach den Vorfällen der letzten Monate erschüttert ist, kann Akzeptanz (wenn überhaupt) nur durch lückenlose Kontrollen erreicht werden.