Greenpeace kritisiert Blaukalk-Bescheid

Veröffentlicht am 21.01.2015 um 20:27

Tinkalbox

Heute hat Greenpeace sich wieder zum Thema HCB gemeldet. Die Umweltorganisation kritisiert, dass der Bescheid des Landes Kärnten, mit dem die Verarbeitung von Blaukalk erlaubt wurde, nicht präzise genug ist, was die Aufgabestelle für den Blaukalk angeht. Es steht zwar im Bescheid drinnen, dass der Blaukalk an der Schnittstelle zwischen Drehrohr und Calcinator bei einer Temperatur von 850-1100 Grad eingebracht werden soll, doch steht darin auch etwas von der Tinkalbox (siehe Foto), wo der Blaukalk aufgegeben werden soll.

Nun haben wir bei unserer Werksbesichtigung festgestellt, dass es bis vor einem Jahr gar keine direkte Verbindung gab, sondern nur ein Förderband von der Tinkalbox zur Rohmühle. Ich habe in den Unterlagen des HCB-Untersuchungsausschusses aber Beweise gefunden (die Greenpeace vermutlich noch nicht kennt), dass das Zementwerk zu diesem Zeitpunkt gewusst haben muss, dass eine Einbringung über die Rohmühle eine Verdampfung des HCB und eine Verschleppung in die Abluft zur Folge haben musste.

Morgen machen wir dazu eine Pressekonferenz im Grünen Landtagsklub, wo wir über die brisanten Details berichten werden. Die werten Kollegen Abgeordneten der anderen Fraktionen sind schon etwas nervös. Nach der Pressekonferenz werden sie mehr wissen, dann gibt’s auch mehr Infos auf diesem Blog.

Freiheitliche und Team Stronach (oder Team Kärnten, wie sie sich seit neuestem zu nennen pflegen, Köfer war ja schon bei mehr als einer Partei) haben sich heute fürchterlich darüber aufgeregt, dass das Land Kärnten Unterlagen verheimliche. Die sollen sich endlich einmal die Unterlagen anschauen, die Studien, die Greenpeace heute präsentiert hat, haben sie schon seit mindestens zwei Wochen. Ich habe dazu schon im Dezember ein Interview in Ö1 gegeben. Aber es ist für die Kollegen offenbar leichter, inhaltsleere Presseaussendungen zu verschicken als 40 Aktenordner durchzusehen.