Im Zementwerk

Veröffentlicht am 14.01.2015 um 20:04

Wärmetauscher

 

14. Jänner, mittags: Die Abgeordneten des Untersuchungsausschuss treffen im Zementwerk w&p in Wietersdorf ein. Ein Rechtsanwalt und ein Projektleiter begrüßen uns, der Werksleiter ist nicht da. Vortrag über die Firma Wietersadorfer, dann wir uns erklärt, wie das Zementwerk funktioniert.

Das Rohmaterial wird auf der Rohmühle zerkleinert und wird über 5 Zyklone, den sogenannten Wärmetauscherturm, durch die Abluft aus dem Drehrohrofen erhitzt. Das heiße Rohmehl wird dann im sogenannten Calcinator auf 850-110 Grad erhitzt und „kalziniert“ und kommt dann ins Drehrohr, wo es auf 1400 Grad erhitzt und zu Klinker gebrannt wird.

Wichtig für das Verständnis, die das HCB in die Abluft gelangen konnte ist die Tatsache, dass der Luftstrom umgekehrt wie der Materialstrom verläuft. Die Luft wird vom Drehrohr (in der Flamme bis 2000 Grad) über den Calcinator (850-1100 Grad) zur Rohmehlmühle (400 Grad) immer kälter, bevor es mit ca 150 Grad den Abluftkamin verlässt. Denn die chlorierten Kohlenwasserstoffe im Blaukalk wie das Hexachlorbenzol werden nur dann sicher durch die hohen Temperaturen zerstört, wenn dieser über eine Schurre (=Rutsche) direkt beim Eingang zum Drehrohr aufgegeben wird. Wenn der Blaukalk hingegen über die Rohmühle aufgegeben wird, wird er auf nur 400 Grad erhitzt, dabei verdampft das Hexachlorbenzol. Dieses gelangt dann gar nicht in den heißen Drehrohrofen sondern gelangt zum Abluftkamin. Die Staubfilter können das gasförmige HCB nicht zurückhalten.

Wir schauen uns auch die Aufgabestation für den Blaukalk, die sogenannte Tinkalbox an. Wie uns aber unsere Begleiter mitteilen, gab es im Jahr 2012, als die Blaukalkverarbeitung in Wietersdorf begonnen wurde, gar keine technischen Möglichkeiten, den Blaukalk direkt dort einzubringen. Erst viel später wurde eine Pumpe gebaut, mit der der Blaukalk sowohl in die Rohmühle als auch den Calcinator geleitet werden kann.