Kühe, Muttermilch und Sachverständige

Veröffentlicht am 24.02.2015 um 20:24

Dienstag Abend: Neue Meldungen aus dem Görtschitztal. Leider nicht sehr gute. Wie wir schon letzte Woche bei der Untersuchungsausschuss erfahren haben, sind zahlreiche Rinder im Görtschitztal noch stark mit HCB kontaminiert. Vor allem Kalbinnen und Ochsen, die letztes Jahr auf der Weide gestanden sind, sind belastet. Nun gibt es die Überlegung, diese stark belasteten Rinder in Großställen zusammenzufassen und dort zu behalten, bis sich das HCB abgebaut hat.

Die Kosten für das Land Kärnten für die Analysen, die Maßnahmen und die Unterstützung der Menschen und Betriebe steigen rapide an, noch kein Ende ist zu sehen. Diese Kosten werden am Ende des Tages bei den Verursachern, beim Zementwerk Wietersdorf einzufordern sein. Jetzt aber gilt es, das Geld vorzustrecken, denn es muss rasch gehandelt werden!

Eine Frau hat sich mit den Ergebnissen der Analyse eines deutschen Instituts gemeldet, dass Muttermilch HCB-belastet ist und ums dreifache über dem Referenzwert liegt. Sie beschwert sich (zu Recht), dass die AGES die Werte „schönrechnet“. Wir brauchen eine ehrliche, sachliche Information der Bevölkerung (keine Verharmlosung, aber auch keine Panikmache), denn nur dann wissen die Menschen, wie sie sich richtig verhalten sollen, um die weitere Aufnahme von HCB so gering wie möglich zu halten.

Morgen Mittwoch werden wieder im HCB-Untersuchungsausschuss die Zeugen befragt. Diesmal sind vor allem Sachverständige des Landes zum Bereich Deponietechnik, Abfallverwertung und Verfahrenstechnik  geladen, die an den zahlreichen Behördenverfahren wie der Umweltverträglichkeitsprüfung 2003,  der Teilabnahme 2009/10, dem Blaukalkbescheid und der ominösen Kapazitätserhöhung um 10% durch die BH St. Veit beteiligt waren.

Mein Mitarbeiter im Grünen Landtagsklub Christoph Zettinig und ich haben uns jetzt eine Woche durch die Unterlagen gearbeitet und ein paar spannende Fragen vorbereitet. Die Fragen und vor allem die Antworten findet Ihr morgen auf meinem Blog. Wir werden alles tun, um aufzuklären, wie es zu dem HCB-Skandal kommen konnte, damit wir aus den Fehlern lernen und Maßnahmen setzen können, damit sich solche Vorfälle nicht wiederholen können.