Mobilitätsmasterplan beamt Kärnten in eine klimafreundliche Zukunft

Veröffentlicht am 28.08.2016 um 11:11

Wir stehen vor enormen Herausforderungen, um den Klimawandel in den Griff zu bekommen und der Verkehrssektor ist ein Schlüsselbereich zur Senkung der Treibhausgasemissionen. Die Grünen nehmen das ernst und haben deshalb den Mobilitätsmasterplan unter Einbindung von Experten, Politik und Bevölkerung entwickelt.

Der Mobilitätsmasterplan ist ein Mega-Investitionsprojekt von Landesrat Rolf Holub, der Kärnten durch die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs und die Sanierung der maroden Landesstraßen in die Zukunft beamen soll. Der Mobilitätsmasterplan ist ein Impuls für die Kärntner Wirtschaft und schafft Arbeitsplätze: Über die verbesserte Infrastruktur, über die Aufträge an heimische Bau- und Verkehrsunternehmen, die den Mobilitätsmasterplan umsetzen werden.

Ein kurzer Auszug aus den über 130 Maßnahmen, die hier von ExpertInnen und Experten in Arbeitsgruppen unter Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern in 35 Veranstaltungen erarbeitet wurden:

  • Ausbau der S-Bahn, die das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs bildet: Dazu gehört die Verlängerung der S3 nach Wolfsberg, die Einrichtung einer neuen S4 zwischen Villach und Hermagor, die vollständige Elektrifizierung der Strecken, die Barrierefreiheit, der Ausbau von Bahnhöfen zu Mobilitätsknoten mit getakteten Anschlüssen, Park & Ride, Elektrotankstellen, Informationssystemen die Verdichtung der Intervalle auf Stundentakt und im Zentralraum auf Halbstundentakt und Anschaffung von modernen Regionalverkehrsgarnituren
  • Ausbau der Mobilitätsknoten für Siedlungskerne ab 250 EinwohnerInnen.
  • Die Attraktivierung der Tarife von öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Errichtung von Logistikknoten und Einsetzung eines Logistikkoordinators
  • Ausbau der überregionalen Radwege und die Verdichtung von Radwegenetzen, mit Beschilderungen, Konzept für die Erhaltung und Räumung der Radwege, Rad-Servicepaket für die Gemeinden
  • Erhöhung der Verkehrssicherheit- Kärnten war im letzten Jahr das Bundesland mit dem höchsten Risiko, einen Verkehrsunfall zu erleiden. Dazu dienen auch die Geschwindigkeitslimits, die einigen unpopulär erscheinen, aber die Reaktions- und Bremswege hängen mit der Geschwindigkeit zusammen und die Energie und damit die Schwere eines Verkehrsunfalls steigt gleich mit dem Quadrat der Geschwindigkeit.
  • Es geht aber auch um den Erhalt unserer Landesstrassen, die ganz akut vom Verfall bedroht sind. Mehr als die Hälfte des im Momak zusätzlich vorgesehenen Budgets geht in die Erhaltung der Landesstrassen und den bedarfsorientierten Aus- und Umbau von Bundesstrassen.

Andauernd nur über die schlechte Verkehrsinfrastruktur zu jammern, ohne etwas zu tun, wird nicht reichen. Der Mobilitätsmasterplan sieht für die nächsten Jahre enorme Verkehrsinvestitionen zum und vieles mehr vor. Aber auch die Sanierung der im Verfall begriffenen Landesstraßen soll forciert werden. Die erheblichen Investitionen, die praktisch zu 100% der Kärntner Wirtschaft zu Gute kommen (Baumaßnahmen, Betrieb von Verkehrsunternehmen etc.) müssen aber auch finanziert werden.

Da andere die Milliarden bereits verjubelt haben, und wir gezwungen sind, im Landesbudget zu sparen, haben sich auch die ExpertInnen darüber Gedanken gemacht, woher das Geld kommen soll. Und da ist es ganz naheliegend, die Verursacher heranzuziehen und diejenigen, denen diese enormen Investitionen und Infrastrukturverbesserungen zu Gute kommen.

Hier gibt es Vorschläge für Abgaben, wie Maut und Parkraumbewirtschaftung, die so ausgestaltet werden sollen, dass sie einen Lenkungseffekt haben, dass die Belastung durch die Verkehrslawine, durch Lärm, Luftverschmutzung und Klimabelastung sich verringert, dass der Umstieg auf Bus, Bahn, Rad und Fußverkehr attraktiver wird. Dieses Geld wird aber wieder in die Wirtschaft reinvestiert: Von den 100 Millionen Euro jährlich, die Kärnten im Jahr 2034 für den öffentlichen Verkehr und den Strassenverkehr ausgeben wird, landet praktisch jeder Euro in der heimischen Wirtschaft.

Für mich ist es unverständlich und äußerst kurzsichtig, dass Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung nicht die enormen Vorteile sehen, die im Mobilitätsmasterplan liegen, weil die Wirtschaft davon doppelt profitieren wird: Einerseits durch öffentliche Aufträge bei den Baumaßnahmen und im Bereich der Verkehrsdienstleistungen, andererseits durch die verbesserte Verkehrsinfrastruktur und Anbindung.

Einige, die gebetsmühlenartig den Stillstand im Land bejammern, sollten darüber nachdenken, ob sie und ihre Denkungsweise nicht selbst eine Hauptursache für die Versteinerung darstellen. Immer nur jammern, aber dann laut „NEIN“ zu schreien, wenn Landesrat Rolf Holub einen umfassenden Vorschlag vorlegt – so kommen wir nicht weiter!

Anstatt zu jammern, packen wir es an. Mobilität beginnt im Kopf. Indem wir uns geistig mobil und offen für Neues zeigen, können wir den öffentlichen Verkehr, den Radverkehr, den Fußgeherverkehr zu einer sinnvollen, umweltverträglichen und kostengünstigen Alternative machen, die von den Menschen im Land gerne angenommen wird. Für sanfte, klimafreundliche Mobilität und für Green Jobs setzen wir Grünen uns ein!