Noch mehr HCB-Puzzlesteine

Veröffentlicht am 03.02.2015 um 12:41

Morgen gibt es wieder eine Sitzung des HCB-Untersuchungsausschusses mit den Zeugenbefragungen. Als erster Zuge ist Universitätsprofessor F. Wurst geladen, der im Auftrag der Kärntner Landesregierung eine Studie über die Möglichkeit der Verwertung des CKW-verunreinigten Kalkschlamms in der Zementindustrie. Der Versuchsbetrieb erfolgte allerdings in einem anderen Zementwerk, das sich technisch von Wietersdorf unterscheidet, und außerdem in wesentlich geringeren, quasi „homöopathischen“ Mengen.

Dann kommt Dr. Bernhard Holub (nicht verwandt, verschwägert oder bekannt mit Landesrat Rolf Holub), der  ebenfalls im Auftrag der Kärntner Landesregierung eine Variantenstudie über die Kalkschlammentsorgung erstellt hat. Andere Varianten waren deutlich billiger, aus Umweltgründen wurde die Variante mit der Verwertung im Zementwerk gewählt. Ob er sich hätte vorstellen können, dass bei der unsachgemäßen Einbringung in Wietersdorf die chlorierten Kohlenwasserstoffe, statt in Brückl langsam ins Grundwasser zu sickern, damit über den Abluftkamin des Zementwerks übers halbe Görtschitztal verteilt werden würden? Holub hat hier einige Maßnahmen vorgeschlagen, die später ganz anders umgesetzt wurden, dazu wollen wir ihn befragen.

Spannend wird es auch, wenn uns Mag. Martina Greiner, die Verhandlungsleiterin  bei der UVP im Jahr 2003 berichten wird. Viele der Maßnahmen, die damals behördlich festgelegt wurden, wurden nicht oder anders umgesetzt, als bescheidmässig festgelegt war. Dr. Dieter Treul wird uns dann zu Fragen betreffend des Bescheids, mit dem die Verarbeitung des Kalkschlamms in Wietersdorf ermöglicht wurde, Rede und Antwort stehen.

Langsam ergibt sich aus den Unterlagen, den Zeugenbefragungen und vielen weiteren Rechercheergebnissen ein immer klareres Bild von den Vorgängen. Ich hoffe, dass wir morgen der Wahrheit wieder einen Schritt näher kommen.