Wietersdorf reagiert

Veröffentlicht am 30.01.2015 um 09:52

Wietersdorf hat auf meine gestrigen Aussagen reagiert und mir vorgehalten, ich hätte die Unterlagen falsch interpretiert. Dass sie in der Lage seien, 4,5 Tonnen Kalkschlamm pro Stunde zu verarbeiten. Da argumentieren sie aber ziemlich ungenau: Denn es geht nicht darum, dass eine Einbringungsmenge von 4,5 Tonnen Kalkschlamm pro Betriebsstunde prinzipiell nicht möglich wäre, sondern dass diese Menge nicht an der richtigen Stelle eingebracht werden kann, wo die Temperaturen hoch genug sind, das HCB zu zerstören. Die richtige Stelle ist die im Behördenbescheid angegebene Schnittstelle von Drehrohrofen und Wärmetauscher (Einlaufkammer DOIII), wo es die vorgeschriebenen 850-1100 Grad Verbrennungstemperatur hat. Wenn an dieser Stelle zu viel nasser, kalter Kalkschlamm eingebracht wird, beeinflusst das den Verarbeitungsprozess und die Klinkerqualität negativ, deswegen ist die Menge, die an dieser „richtigen“ Stelle in den Produktionsprozess eingebracht werden kann, beschränkt.

Das Zementwerk hat auch bestritten, dass die strengeren Grenzwerte noch gelten würden. Nirgendwo im Bescheid findet sich aber eine zeitliche Beschränkung auf drei Monate, wie es Wietersdorf gerne sehen würde. Die Grenzwerte im Bescheid der Bezirkshauptmannschaft St. Veit beziehen sich eindeutig auf die Produktionskapazität, nicht die Produktionsmenge (wie w&p in der Presseaussendung behauptet). Nachdem w&p in den Monaten Juli und August 2011 eine Produktionskapazität von über 2200 t/Tag nachgewiesen hat und mangels eines der Behörde nachgewiesenen Rückbaus der Zyklonstufen noch immer diese Produktionskapazität aufweist, kommen die niedrigeren Grenzwerte, die Wietersdorfer selbst beantragt hat (!) zur Anwendung. Auch ist es Faktum, dass w&p in den von ihnen genannten drei Monaten die NOx-Grenzwerte deutlich überschritten hat. So what???